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Yoga richtig üben!


Yoga der sich nicht auf den Alltag bezieht ist bloße Gymnastik.
Wie sich Yoga auf den Alltag auswirken kann ist sehr unterschiedlich und vielschichtig. In meiner zwanzigjährigen Praxis als Kurs- und Seminarleiter sind mir Menschen begegnet, die durch Yoga weniger Rückenbeschwerden bekamen; die besser einschlafen können und gelassener und bewusster durchs Leben gehen. Andere fühlen sich konzentrierter und haben durch Yoga einen neuen Lebenssinn gefunden.
Eine Teilnehmerin konnte sich mit Hilfe von Yoga sogar das Rauchen abgewöhnen.
Entscheidend ist, was für Ziele man sich im Yoga setzt und ob man diese richtig und konsequent umsetzt.
Also fragen Sie sich zuerst: „Was möchte ich durch Yoga erreichen?“
Mögliche Ziele im Yoga könnten spirituelle Weiterentwicklung, Rückenstärkung, Entspannung, Gelassenheit, Toleranz oder ein anderes individuelles Lebensziel sein.
Wenn sie wissen, was sie wollen müssen sie sich zuerst die richtige Yogaschule, den richtigen Yogalehrer und den passenden Yogaraum suchen.




Die Yogaschule, der Yogalehrer und der Yogaraum

Wenn Sie mehr das akrobatische körperliche Yoga suchen und sie jung und gesund sind, empfehle ich eine Iyengar-Yogaschule mit einem zertifizierten Iyengaryogalehrer. Obwohl ich einige Aspekte dieser Yogarichtung auch sehr kritisch sehe.
Wenn Sie einen individuellen intelligent aufgebauten Yoga suchen, der auch auf Rücken-Gelenksproblemen und andere gesundheitliche Schwierigkeiten eingeht, sind Sie beim Vini-Yoga mit einem zertifizierten Vini-Yogalehrer richtig. Das Pädagogische Forum für Yoga (PFY) ist stark, aber nicht dogmatisch, von dem Vini-Yoga des Inders Desikachar beeinflusst und geht gerne und kompetent mit körperlichen Einschränkungen um.
Welchen Yogalehrertyp suchen Sie? Mehr den romantischen Kuschelyogi oder den pragmatischen Yogalehrer oder eine Mischung von indischer Exotik und westlicher Orientierung. Die Stimme ist im Yoga sehr wichtig, da man sich in der Meditation und in der Tiefenentspannung sehr nahe kommt.
Bei einem Yogalehrer (BDY) wissen Sie zumindest, dass diese Yogalehrer eine vierjährige Grundausbildung haben, obwohl auch die vom Berufsverband der Yogalehrer (BDY) zertifizierten Yogaschulen große qualitative Unterschiede aufweisen.

Nehmen Sie im Zweifelfall eine Probestunde! Informieren sie sich gründlich über die Ausbildung, Fortbildungen und die Berufserfahrung des Yogalehrers.

Ältere und engagierte Yogalehrer haben oft eine lange Berufserfahrung und verschiedene Zusatzqualifikationen, wie z.B. Rückenschule.
Der Yogaraum sollte nur für Yoga oder ähnliche ganzheitliche Körperarbeit genutzt werden. Der Raum sollte groß genug, bei 8 Teilnehmern mindestens 30qm, sauber, warm und gut durchlüftet sein. Die Gruppengröße sollte 12 Teilnehmer nicht überschreiten.
Es sollte nicht in diesem Raum gegessen und geraucht werden, auch sollte man ihn nicht mit Straßenschuhen betreten dürfen!
Suchen Sie mehr Kerzenlicht und warme Farben oder eine mehr nüchterne Atmosphäre? Schauen sie sich den Raum zuerst an, bevor sie eine Probestunde nehmen.


Vor dem Yoga üben

Wenn man den passenden Yogalehrer gefunden hat sollte man sich auf das Inhaltliche, das Yoga üben, konzentrieren.
Vor dem Yogaunterricht sollte man zwei Stunden zuvor nichts gegessen haben.
Dauerlauf und anderen Sport, sowie Sauna, können sie vor dem Unterricht durchführen.
Kommen Sie immer 10-15 Minuten früher zum Yoga, so dass sie gut ausgeruht Yoga üben können, umso leichter fällt der Einstieg.




Die Yogapraxis

Wenn sie erfolgreich Yoga üben wollen besuchen sie mindestens einmal in der Woche einen Yogakurs. Nach 2-3 Monaten oder 8-12 Sitzungen können sie die Übungsstunde oder Teile der Stunde zuhause üben.
Allerdings ist für das Üben zuhause eine eigene Übungsreihe, speziell für die eigenen Bedürfnisse und individuelle Lebenssituation effektiver als eine Gruppenstunde, die mehreren Teilnehmern gerecht werden muss.
Fragen Sie nach, wenn sie eine Yogaübung nicht richtig verstanden haben!
Äußern Sie Wünsche, wie „es wäre schön, wenn Du mich mehr korrigieren würdest“ oder „ich habe in dieser Position Schmerzen“.
Ein guter Yogalehrer geht gerne auf sie ein und kennt Kontraindikationen der Übungen und „abgeschwächte“ Alternativübungen.
Orientieren sie sich nicht an anderen Yogaschülern und vertrauen sie der Fachkompetenz ihres Yogalehrers. Seien sie offen für neue Erfahrungen.
Da Yoga ganz unterschiedlich unterrichtet wird ist nicht ratsam zu sagen, „ich habe das aber im letzten Yogakurs, bei der anderen Yogalehrerin, ganz anders gelernt!“

Nach dem Yogaunterricht

Nach dem Yoga sollten sie kein heißes Bad nehmen und kein Sport treiben, da das Ziel des Yogas, inneres Gleichgewicht und eine Sammlung von Lebensenergie (Prana) ist und zuviel Wärme und Anstrengung diese wieder abschwächt. Die Effekte des Yoga werden abgeschwächt und deren Wirkung hält nicht solange vor. Konzentrierter Yogaunterricht kann schon mal 1-2 Tage positiv nachwirken.